Vom Welpen zu Hund - Eine kurzgefaßte Übersicht
von Eberhard Trumler, Gesellschaft für Haustierforschung e.V.
Hier wird die Entwicklung unserer Hunde beschrieben.
Woche 1 und 2 = Vegetative Phase:
Angeborenes Verhaltensinventar, das bereits bei der Geburt voll entwickelt ist – Strampeln, Maulöffnen, Unlaut-Laute, Kreiskriechen, Suchpendeln des Kopfes, Fellbohren, Leckaugen, Abstemmen mit der Hinter-, Milchtritt mit Vorderpfoten. – Keine sozialen Kontakte, kein Umweltbezug, kein Lernen.
Woche3 = Übergangsphase:
Riechleistung wird erkennbar, Augen und Ohren öffnen sich zwischen dem 9. Und 15. Tag, Seh- und Hörfähigkeit entwickeln sich zwischen dem 17. Und 21. Tag. Erster Umweltbezug, erstes Kennenlernen von Mutter und Geschwistern. Fortbewegung: gezieltes Kriechlaufen.
Woche 4 bis 7 = Prägungsphase:
Reifen der arteigenen Bewegungs- und Ausdrucksweisen, Sinnesorgane voll entwickelt. Durchbruch der Milchzähne, Aufnahme fester Nahrung löst bis zum Ende dieser Periode das Saugen ab. 21./22. Lebenstag: erstes Lagerverlassen. – Neugierde und Lerntrieb, angeborene Lernbegabung prägt Welpen auf Artgenossen und Menschen, falls sich letzter ausreichend viel mit den Welpen beschäftigt – was die künftige Kontaktbereitschaft bewirkt. Hunde ohne menschliche Kontakte in dieser Periode bleiben zeitlebens scheu! Erkunden der engeren Lagerumgebung unter starker Heimbindung. Absetzen zwischen Beginn der 7. Und Ende der 8. Woche.
Woche 8 bis 12 = Sozialisierungsphase:
Weiterentwicklung des Sozialverhaltens im Spiel, zunehmend Spiele aus dem Bereich des Nahrungserwerbs, erste Meutespiele, sexuelle Spiele untereinander. Welpenerziehung mit Disziplinieren übernimmt der Rüde (fehlt er, die Mutterhündin). Erkunden der weiteren Umgebung, geringere Heimbindung. Jetzt muss Mensch-Hund-Beziehung vor allem über das Spielen ausgebaut werden. Welpen wenigsten kurzfristig von den Geschwistern trennen, Einführen in die menschliche Umwelt, Erhaltung der naturgegebenen Stubenreinheit durch entsprechende Hilfestellung. Aufbau der Mensch-Hund-Spielgemeinschaft legt künftige Lernfreudigkeit fest. Mensch als disziplinierender Eltern-Kumpan
Woche 13 bis 16 = Rangordnungsphase:
Im Freileben Lösung von der Eltern- und Heimbindung, weiteres Umherstreifen, „Lausbubenalter". Austragung der Rangordnung untereinander. – Jetzt muss Vorherrschaft des Menschen als Rudelführer durchgesetzt werden. Übergang vom Spiel zu disziplinierterem Verhalten. Täglich 15 Minuten kleine Gehorsamsübungen langsam ausbauen. Welpen dabei niemals Überfordern!
Monat 5 und 6 = Rudelordnungsphase:
Volle Anerkennung der Autorität des Rudelführers, freiwillige Eingliederung in die Gruppe. Ausbildung der „Gefolgschaftstreue", Partnerbindung, Freude an Zusammenarbeit.
Monat 7 bis 12 = Pubertätsphase:
Dauer rasseabhängig (bei unseren Rhodesian Ridgebacks eher 12. bis 13. Monat)
Nach Eintritt der ersten Läufigkeit der Hündin abgeschlossen, Beinheben des Rüden und dessen Deckfähigkeit setzen ein. Ab jetzt geregelte Ausbildung.
Monat 12 bis 18 = Reifungsphase:
Vom 18. Lebensmonat an ist der Hund psychisch kaum noch veränderbar- es zeigt sich nun, ob er unter guten Umweltverhältnissen aufgewachsen ist. Hält nun die Lernfreudigkeit und freundliche Kontaktbereitschaft an, war dies der Fall.
Wir hoffen, Ihnen mit dieser Kurz-Information eine kleine Hilfestellung zum Verständnis des Hundes geboten zu haben
Tierschutz
Im Rahmen unserer Interessengemeinschaft verfolgen wir natürlich auch die Ziele des Tierschutzes und arbeiten deshalb mit Rhodesian Ridgeback Care e.V. zusammen.